Artikel über das Projekt “Hilfe für Fritz”€ finden Sie unter anderem in folgender Fachpresse:

  • klein & groß - Zeitschrift für Frühpädagogik, Ausgabe 05/2006
  • Fachzeitschrift für Prävention, Ausgabe 02/2006
  • Blickpunkt öffentliche Gesundheit, Ausgabe 01/2006
  • kindergarten heute, Septemberausgabe 2006
  • Frankfurter Rundschau, 2014

Kreis-Anzeiger vom 28.01.2014: "Statt Fritz hat Franzi viele Probleme"

"NIEDER-FLORSTADT - (det). Statt "Fritz" plagt sich jetzt "Franzi" mit Stolpersteinen in ihrer Entwicklung herum, aber sie ist als didaktisches Modell genau so nützlich wie der männliche Teenager. Künftig sollen Fritz und Franzi im jährlichem Tunus wechseln. Zum 16. Mal wurde den Studierenden der Fachschule für Sozialpädagogik an den Beruflichen Schulen am Gradierwerk in Bad Nauheim ein fiktiver Lebenslau samt den Fragen nach Prävention und Hilfe angeboten. Während der Fachtagung "Netzwerk Hilfe für Fritz" wurden im Bürgerhaus Nieder-Florstadt die Arbeitsergebnisse vorgestellt.

Die jungen Menschen absolvieren ihre Erzieherausbildung und arbeiten ein halbes Jahr im Unterricht und in Praktika bei Institutionen der Jugendhilfe am Fritz-Projekt. Sie lernen, Belastungsfaktoren und Anzeichen von Fehlentwicklungen zu erkennen, informieren sich über die pädagogischen und therapeutischen Angebote im Kreis und entwickeln einen interdisziplinären Hilfeplan auf den verschiedenen Entwicklungsstufen von Fritz und Franzi, der den Dialog mit den Eltern einschließt.

Offensichtlich stößt dieses praxisnahe Projekt auch über die Wetterau hinaus auf Aufmerksamkeit. So waren Kollegen einer Mannheimer Fachschule für Sozialpädagogik sowie einer heilpädagogischen Einrichtung aus Frankfurt gekommen. Die 220 als Zuhörer teilnehmenden Fach- und Verwaltungskräfte wanderten durch eine kleine "Messe der sozialen Dienste Wetterau". Die Institutionen stellten ihr Angebot dar, dabei waren auch die Fritz-Projekt-Teilnehmer, die dort ihr Infopraktikum gemacht hatten.

Guido Glück (Jugend- und Dorgenberatung Wetterau) moderierte die Präsentation der Arbeitsgruppen. In Videoszenen stellte die erste Gruppe "Franzi" vor - ein junges Mädchen, in dessen Leben viel schiefgelaufen ist. Nie war Franzi pflegeleicht: Frühgeborenes mit niedrigem Lebensgewicht, Schreikind mit Schlafstörungen, schwierigem Trinkverhalten und jungen, verunsicherten ELtern, durch die Selbstständigkeit des Vaters beruflich sehr gefordert. Ein unausgeglichenes Kindergartenkind, eine lustlose Schülerin. Dramatisch wird es in Franzis Teenagerzeit: der Vater stirbt, die Mutter wird arbeitslos, Franzi versteht sich nicht mit dem neuen Stiefvater, hängt früh mit wechselnden Freunden in Spielotheken ab und beginnt, daheim zu stehlen, um die Einsätze aufzubringen. Eine bedauernswerte Entwicklung, die mit rechtzeitiger Unterstützung der Familie hätte abgewendet werden können.

Immer dichter wurde das Hilfenetz für Franzi und ihre Familie, als die Arbeitsgruppen "ihre" Institutionen vorstellten. Deutlich wurden die Angebote der Kinder- und Jugendärzte, der Kreis-Fachbereiche "Jugend und Soziales", "Kinder- und Jugendgesundheit" und der Fachstelle "Suchtprävention", der Frühförderung, der Gruppe pro familia, der Gruppe "Liebig 9" sowie einer kinderpsychotherapeutischen Praxis.

Am Nachmittag wurde die Fachstelle "Gegen pathologisches Glücksspiel", die Erziehungsberatung und die Abteilung Jugendarbeit vorgestellt, gefolgt von der Jugendhilfe Nidda, der Jugendgerichtshilfe und der Jugendwerkstatt Herrnhaag.

Im Kurzvorstellungen waren die Präventionsarbeit der Polizei, "Kiks Up", Wildwasser, "Frauen und Chancengleichheit", Schulsozialarbeit und ein Projekt zur Stärkung der Sozialkompetenz vertreten."